Zinsen bleiben trotz EZB-Entscheid weiterhin tief

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach langer Zeit einen ersten Schritt für eine Veränderung der geldpolitischen Ausrichtung angekündigt: Sie will das Ankaufprogramm der Wertschriftenkäufe ab 2018 halbieren. Damit würden ab Januar nächsten Jahres „nur“ noch 30 Milliarden Wertschriften pro Monat gekauft. Diese Käufe sollen mindestens bis September 2018 beibehalten werden. Die Leitzinsen im Euro-Raum bleiben vorderhand unverändert.

Mit den Leitzinsen steuern die Zentralbanken die Bedingungen wie sich Kreditinstitute bei den Notenbanken Geld leihen können. Dadurch können die Währungshüter auf wirtschaftliche Gegebenheiten und Ereignisse reagieren. Sie steuern mitunter die Inflation und das Wirtschaftswachstum. Zumindest versuchen sie dies zu tun …

Die US-Notenbank lässt ihren Leitzins ebenfalls unverändert, hält sich aber eine Anhebung für den kommenden Dezember offen. Die Zentralbank gibt sich zuversichtlich für die weitere konjunkturelle Entwicklung in den USA, was eine Anhebung der Zinsen vor Ende Jahr möglich erscheinen lässt. Die Lage am Arbeitsmarkt habe sich weiter verbessert. Nachdem US-Präsident Donald Trump den jetzigen Fed-Gouverneur Jerome Powell als neuen Vorsitzenden der Notenbank vorgeschlagen hat, dürfte bei einer Wahl die bisherige, lockere Geldpolitik nicht massgebend verändert werden. Der US-Senat hat nun über diesen Wahlvorschlag zu entscheiden.

Die Schweizerische Nationalbank hat Mitte September 2017 ihre expansive Geldpolitik bestätigt und die Leitzinsen unverändert auf tiefem Niveau belassen. Der Zins auf Sichteinlagen beträgt weiterhin minus 0,75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor liegt unverändert zwischen minus 1,25% und minus 0,25%. Mitte Dezember wird die SNB ihre letzte Marktbeurteilung abgeben. Es ist nicht mit einer Veränderung zu rechnen.

Die Zinsen am Geldmarkt (Libor) wie auch am Kapitalmarkt (Festzinshypotheken) liegen weiterhin günstig. Gegenüber dem Vormonat haben sich die langfristigen Zinsen ganz leicht reduziert. Die kurzen Sätze haben sich leicht erhöht. Die Zinskurve zeigt sich somit flacher

Liborhypotheken sind ab 0,6% und Festzinshypotheken mit Laufzeiten bis acht Jahre bei 0,9% bis 1,2% erhältlich. Eine 10-jährige Festzinshypothek kann derzeit bei 1,1% bis 1,5% abgeschlossen werden. Die Angebote der Banken und anderer Finanzierungsinstitute sind zinsmässig spürbar unterschiedlich und deshalb wird ein Marktvergleich dringend empfohlen.

Geldmarkthypotheken (Libor)  bleiben nach wie vor unsere erste Empfehlung. Festzinshypotheken mit Laufzeiten ab sechs Jahren mit Zinssätzen um 1% können aufgrund der leicht tieferen Sätze weiterhin mit in Betracht gezogen werden. Hier ist jedoch eine Beratung  zu empfehlen. Insbesondere bei einem Splitting der Laufzeiten.

Ablaufende Festzinshypotheken sind grundsätzlich auf Basis Libor zu parkieren und bei Neuabschlüssen ist – wie seit vielen Monaten – dem Geldmarkt der Vorzug zu geben.

Unsere Zinsprognose – nämlich unveränderte Zinsen – bleibt für die nächsten 12 Monate  gleichbleibend.

19 Jahre HypothekenBörse AG – 19 Jahre unabhängige, persönliche und professionelle Finanzierungsberatung für Wohneigentümer, Immobilienanleger und gemeinnützige Wohnbauträger.

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