Steigende Zinsen in Amerika: Jetzt umstellen auf Festhypotken?

Wie erwartet hat die amerikanische Notenbank Fed den Leitzins per Mitte Dezember 2017 um 0,25% erhöht. Es war bereits die dritte Zinserhöhung im vergangenen Jahr. 2018 sollen drei weitere Erhöhungen folgen, wie dies aus dem Bericht des Fed erkennbar ist. Gründe zur Anhebung der Zinsen sind die geringe Arbeitslosigkeit und der erfreuliche Wirtschaftsaufschwung. Das schreibt Giampiero Brundia, Geschäftsführer der Hypothekenbörse AG im Lead seines letzten Newsletters.

In Europa nicht mit steigenden Zinsen zu rechnen

Die Europäische Zentralbank EZB macht hingegen den Sparern keine Hoffnung auf eine baldige Zinsanpassung nach oben. Die Währungshüter haben den Leitzins im Euroraum, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank leihen können, auf dem Rekordtief von null Prozent belassen. Dieser Entscheid stellt keine Überraschung dar. Es war mit einer solchen Haltung an der letzten Sitzung im vergangenen Jahr gerechnet worden. Die milliardenschweren Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen bleiben bis mindestens September 2018 bestehen. Das Volumen wird aber ab Januar 2018 um die Hälfte auf 30 Milliarden Euro reduziert. Trotzdem rechnen Experten aktuell erst per 2019, möglicherweise erst per 2020 mit einem ersten Zinsschritt im Euro-Raum.

Schweizerische Nationalbank ändert Geldpolitik nicht

Die Schweizerische Nationalbank hat an ihrer Lagebeurteilung vom 14. Dezember 2017 keine Veränderungen bei der Geldpolitik beschlossen. Sie bleibt unverändert expansiv mit dem Ziel, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivitäten anzukurbeln.

Der Zins auf Sichteinlagen beträgt weiterhin minus 0,75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor liegt unverändert zwischen minus 1,25% und minus 0,25%. Seit der letzten Lagebeurteilung im Herbst 2017 hat sich die Schweizer Währung weiter gegenüber dem Euro und nun neu auch gegenüber dem US-Dollar abgeschwächt. Der Franken bleibt aber nach wie vor zu hoch bewertet. Die Inflationsprognose für 2018 ist von der SNB nach oben angepasst worden. Sie beträgt nun 0,7% gegenüber der Prognose von 0,4% im letzten Herbst.

Zinsen am Geldmarkt blieben tief

Die Zinsen am Geldmarkt (Libor) wie auch am Kapitalmarkt (Festzinshypotheken) liegen weiterhin günstig. Gegenüber dem Vormonat haben sich die langfristigen Zinsen jedoch jahresendbedingt leicht erhöht. Die kurzlaufenden Festzinshypotheken von 1 bis 5 Jahre haben sich nochmals leicht reduziert und sind bald wieder in der Nähe des Allzeittiefs.

Liborhypotheken sind weiterhin ab 0,6% und Festzinshypotheken mit Laufzeiten von 6 bis 8 Jahren bei 0,8% bis 1,20% erhältlich. Eine 10-jährige Festzinshypothek kann derzeit ab 1,25% abgeschlossen werden. Die Angebote der Banken und anderer Finanzierungsinstitute sind zinsmässig sehr unterschiedlich und deshalb wird ein Marktvergleich vor Abschluss wärmstens empfohlen.

Libor weiterhin bevorzugte Finanzierung

Geldmarkthypotheken (Libor) bleiben daher aus der Sicht der Hypothekenbörse auch im 1. Quartal 2018 die erste Empfehlung. Festzinshypotheken mit Laufzeiten ab 6 Jahren mit Zinssätzen in der Nähe von 1% können durchaus in Betracht gezogen werden. Ganz langsam zeigt sich eine Anpassung der Kapitalmarktsätze nach oben an. Wer heute also eine 10-jährige Festzinslaufzeit bei 1,25% wählt, ist sicher auf der «sicheren» und somit auch auf der guten Seite.

Ablaufende Festzinshypotheken sind je nach Zinssatz der bisherigen Hypothek auf Basis Libor zu parkieren – oder, wie erwähnt, auf längere Laufzeiten neu zu fixieren.

Die Zinsprognose der Hypothekenbörse bleibt für die nächsten 12 Monate vorderhand unverändert.

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