Steigen jetzt die Zinsen? – Einschätzung der HypothekenBörse

Kommt eine weitere Leitzinserhöhung im Dezember in den USA? Der nominierte neue Notenbankchef Jerome Powell hat sich diesbezüglich so geäussert, dass eine Normalisierung der Zinsen anzustreben sei. Dies bedeutet wohl bald eine sanfte Anhebung der Zinsen, jedoch in Etappen. So könnte noch vor Weihnachten eine strategische Zinsveränderung eingeläutet werden.

Die Zeit ist reif und die Märkte haben eine solche Ankündigung bereits aufgenommen.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt vor möglichen Folgen der seit langer Zeit anhaltenden Niedrigzinsen. Neue Verwerfungen an den Finanzmärkten hätten ein bedrohliches Ausmass erreicht. Die hohen Schuldenstände in Landes- wie auch in Fremdwährung seien für einige Länder kritisch. Teilweise seien diese Ausstände deutlich grösser als vor der Krise von 2008. BIZ verlangt zwischen den Zeilen eine Straffung und somit Erhöhung der Leitzinsen. Dies sei aber schwierig, wenn die allgemeinen Finanzierungsbedingungen ständig gelockert würden.

Die US-Notenbank wird Mitte Dezember über eine Anhebung der Leitzinsen entscheiden. Wir rechnen mit einer Erhöhung von ¼ bis ½ Prozent noch vor den Weihnachtstagen. Die Europäische Zentralbank wird wohl vorderhand noch Zurückhaltung üben und eine Zinserhöhung auf 2018 aufschieben. Noch ist keine neue deutsche Regierung in Sicht – oder doch bald eine alte, neue Regierung?

Die Schweizerische Nationalbank wird ebenfalls per Mitte Dezember 2017 auf ihre Geldpolitik eingehen und mit hoher Wahrscheinlichkeit die Leitzinsen unverändert auf tiefstem Niveau belassen. Der Zins auf Sichteinlagen beträgt bekanntlich minus 0,75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor liegt unverändert zwischen minus 1,25% und minus 0,25%.

Die Zinsen am Geldmarkt (Libor) wie auch am Kapitalmarkt (Festzinshypotheken) liegen weiterhin günstig. Gegenüber dem Vormonat haben sich die langfristigen Zinsen nochmals leicht reduziert. Dies gilt auch für die kurzlaufenden Festzinshypotheken von beispielsweise 2 bis 4 Jahre.

Liborhypotheken sind weiterhin ab 0,6% (Achtung Jahresendrallye mit möglicher Erhöhung der Liborsätze) und Festzinshypotheken mit Laufzeiten von 6 bis 8 Jahren bei 1% bis 1,20% erhältlich. Eine 10-jährige Festzinshypothek kann derzeit bei rund 1,30% abgeschlossen werden. Die Angebote der Banken und anderer Finanzierungsinstitute sind zinsmässig nach wie vor unterschiedlich und deshalb wird ein Marktvergleich vor Abschluss wärmstens empfohlen.

Geldmarkthypotheken (Libor) bleiben auch über das Jahresende unsere erste Empfehlung. Festzinshypotheken mit Laufzeiten ab 6 Jahren mit Zinssätzen um 1% können aufgrund der wiederum tieferen Sätze mit in Betracht gezogen werden. Hier ist jedoch eine Beratung zu empfehlen. Insbesondere bei einem Splitting der Laufzeiten.

Ablaufende Festzinshypotheken sind ganz grundsätzlich auf Basis Libor zu parkieren und bei Neuabschlüssen ist – wie seit vielen Monaten – ebenfalls dem Geldmarkt der Vorzug zu geben.

Unsere Zinsprognose bleibt für die nächsten 12 Monate unverändert.

19 Jahre Hypothekenbörse AG – 19 Jahre unabhängige, persönliche und professionelle Finanzierungsberatung für Wohneigentümer, Immobilienanleger und gemeinnützige Wohnbauträger.

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