Stabile Zinsen trotz schwächerem Franken

Die Schweizerische Exportwirtschaft darf aufgrund des schwächeren Franken mit etwas mehr Wachstum rechnen. Das freut die teilweise doch unter Druck stehenden Firmen, denn bei vielen on ihnen haben die Gewinnmargen in den letzten Monaten arg gelitten. Der Euro ist in diesen Tagen auf 1.15 Franken gestiegen und verhilft so den Exportbetrieben zu einer spürbar verbesserten Marktstellung. Die etwas höhere Nachfrage aus dem EU-Raum verstärkt diese Situation. Es bleibt nun aber etwas abzuwarten, ob diese Belebung auch breit abgestützt sein wird. Aktuell profitiert vor allem die Pharmabranche mit guten Umsätzen im Ausland.

Der Franken als sicherer Hafen ist nicht mehr so gefragt wie auch schon. Dank dem Wahlsieg von Emanuel Macron in Frankreich hat sich die politische Grosswetterlage in Europa positiv verändert und die Märkte haben diese Entwicklung mitgetragen. Die leise angekündigte Normalisierung der Geldpolitik im Euroraum hat zudem geholfen, dass der Euro an Fahrt gewonnen hat.

Die SNB führt vorderhand ihre expansive Geldpolitik weiter. Diese Aussage hat sie Mitte Juni 2017 mit ihrer letzten geldpolitischen Lagebeurteilung so auch bestätigt. Aufgrund der nun eingetretenen Veränderungen muss die SNB zurzeit wohl nicht mehr resp. nur noch in reduziertem Umfange am Devisenmarkt intervenieren.

Der Zins auf Sichteinlagen beträgt weiterhin minus 0.75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor liegt unverändert zwischen minus 1.25% und minus 0.25%. Ein Verzicht oder zumindest die Reduktion des Negativzinses ist noch zu früh und dürfte wohl erst nächstes Jahr zum Thema werden. Dies bedingt jedoch einen Eurokurs von nachhaltig mindestens 1.15 Franken.

Die Zinsen am Geldmarkt (Libor) wie auch am Kapitalmarkt (Festzinshypotheken) liegen weiterhin günstig. Gegenüber dem Vormonat haben sich die Zinsen nicht nennenswert verändert. Die längeren Laufzeiten (ab 6 Jahre) sind nach wie vor teurer als im Frühling dieses Jahres. Liborhypotheken sind ab 0,6% und Festzinshypotheken mit Laufzeiten bis acht Jahre bei 1% bis 1.25% erhältlich. Eine 10-jährige Festzinshypothek kann derzeit bei 1.20% bis 1.50% abgeschlossen werden. Die Angebote sind zinsmässig sehr unterschiedlich und deshalb wird ein Marktvergleich empfohlen.

Wir empfehlen vorderhand auf Liborbasis, also im Geldmarkt zu finanzieren. Dabei können punktuell durchaus auch Absicherungen mit längeren Laufzeiten geprüft werden. Hier gilt es den richtigen Anbieter zu finden, welche flexible und günstige Liborhypotheken anbietet und auch bei den längeren Festzinshypotheken mit den besten Konditionen mit offerieren kann. Aufgrund der etwas speziellen Situation am längeren Kapitalmarkt ist mit dem Abschluss von längeren Festzinshypotheken zuzuwarten. Ablaufende Festzinshypotheken sind auf Basis Libor zu parkieren und bei Neuabschlüssen ist bis auf weiteres ebenfalls dem Geldmarkt der Vorzug zu geben.

Unsere Zinsprognose – nämlich gleichbleibende Zinsen – bleibt für die nächsten 12 Monate unverändert.

19 Jahre HypothekenBörse AG – 19 Jahre unabhängige, persönliche und professionelle Finanzierungsberatung für Wohneigentümer, Immobilienanleger und gemeinnützige Wohnbauträger

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