Wo lebt sich’s am Günstigsten?

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der CS deckt auf, wo Leben in der Schweiz wie viel kostet. Die  aufschlussreichen Ergebnisse basieren auf der neusten Berechnung des sogenannten RDI-Indikators, der das frei verfügbare Einkommen misst – jenen Betrag, der einem Haushalt nach Abzug der obligatorischen Abgaben und der Fixkosten für den freien Konsum zur Verfügung steht.

Die Kriterien für die Wahl des «richtigen» Wohnorts sind vielfältig. Neben Wohnlage, Infrastruk-turangebot, der Verfügbarkeit passender Wohnobjekte, emotionalen Kriterien und persönlicher Vernetzung spielen finanzielle Faktoren eine wichtige Rolle. Für die Beurteilung der finanziellen Wohnattraktivität einer Gemeinde ist die Steuerbelastung nur ein Faktor. Auch andere obligatori-sche Abgaben, wie etwa Krankenversicherungsprämien, Familienzulagen oder die Eigenmiet-wertbesteuerung für Wohneigentümer, sollten für die Beurteilung der finanziellen Wohnattraktivi-tät berücksichtigt werden. Darüber hinaus sind standortgebundene Fixkosten wie Mieten, Immo-bilienpreise und nicht zuletzt die Kosten für den Pendelverkehr entscheidende Faktoren.

Die Analyse der finanziellen Wohnattraktivität der Schweizer Gemeinden und Kantone wurde erstmals im Jahr 2006 durchgeführt und 2008 und 2011 aktualisiert. In der neusten Berech-nung sind zusätzlich die Ausgaben für die externe Kinderbetreuung berücksichtigt worden. Für Familien können diese Kosten einen wesentlichen Einfluss auf das Haushaltsbudget haben. Zudem bestehen bei den zulässigen Steuerabzügen und den Betreuungskosten erhebliche regionale Unterschiede.

Wie schon in der letzten Erhebung lebt der Durchschnittshaushalt im Kanton Uri am günstigsten, gefolgt von Glarus. Mit geringen Wohnkosten und einer attraktiven Belastung durch Steuern und weitere Abgaben präsentieren sich die beiden Kantone aus finanzieller Sicht am attraktivsten. In der Rangliste folgen weitere ländlich geprägte Kantone wie Obwalden, Thurgau und Appenzell Innerrhoden. Das Mittelfeld besteht aus einer Reihe unterschiedlich positionierter Kantone mit ländlichem oder suburbanem Charakter.

Am Ende der Skala positionieren sich wiederum die städtisch geprägten Kantone Genf und Basel-Stadt. Hohe Wohnkosten und obligatorische Abgaben verteuern das Leben. Eine eben-falls unterdurchschnittliche finanzielle Wohnattraktivität bieten die Kantone Waadt, Zürich, Basel-Landschaft und Neuenburg. Die Agglomerationen der Kantone Thurgau, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Luzern und Aargau positionieren sich besonders attraktiv für Haushalte, die eine grössere Wohnfläche wünschen, aber lange Pendelwege in die Arbeitsmarktzentren vermeiden möchten. Die Aggregation auf Kantonsebene verwischt die Unterschiede in der finanziellen Wohnattraktivität zwischen den einzelnen Wohnorten. Die detaillierte Analyse auf Gemeinde- und Quartierebene beleuchtet die innerkantonalen Unterschiede der finanziellen Wohnattraktivität.

Die vollständige Studie der CS können Sie hier als PDF herunterladen.

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