Archiv des Autors: Heiner Plüer

Es gibt zwar noch andere Blumen, die den Mai im Namen tragen – so wie die Maiblume (Löwenzahn) – aber keine ist so typisch für diesen Monat, wie das Maiglöckchen. Rein, klein und zart streckt es seine feinen Glöckchen aus dem laubigen Boden, ganz so, als ob es selbst noch nicht ganz daran glaubt, dass es nun wirklich Frühling geworden ist. Aber so verletzlich die kleine Blume wirken mag, so gewaltig und einzigartig ist ihr intensiv süsslicher Duft. Deshalb habe ich sei zur Blume des Monats Mai gewählt.

Am liebsten verarbeite ich sie zu einem Brautstrauss oder stelle ein Bündel davon in eine Vase; der köstliche Duft verbreitet sich dann im ganzem Raum.

Osterlöckchen sind eben etwas sehr Exklusives und Kostbares und gehören untrennbar zum Frühling. Daher lassen sie sich auch nur mit enormem Aufwand während des ganzen Jahres kultivieren. Echte Blumenfreunde warten darum jeweils gerne bis zum nächsten Frühling, wenn ihr Sträusschen verblüht ist.

Maiglöckchen gehören zu den Spargeln

Maiglöckchen (Convallaria majalis) gehören zur Familie der Spargelgewächse. Bei uns in der Schweiz nennen wir sie Maieriesli. Die krautige Pflanzen werden rund 10 bis 30 cm hoch und wachsen auf einem bis zu 50 cm ins Erdreich wachsenden so genannten Rhizom, das ihnen zum Speichern von Wasser und Nährstoffen dient.

Ihre weisse Blüte ist nicht in Kelch und Krone unterteilt und von den kleinen gebogenen Zipfeln abgesehen glockenförmig verwachsen. Als zwittrige Blüten enthalten sie Staubfäden und Fruchtblätter zugleich. Beim Reifen färben sich die rund sechs bis zwölf Millimeter grossen, kugeligen Beeren leuchtend rot; sie enthalten ein bis fünf gelbe bis hell-braune Samen von drei bis vier Millimeter Länge. Sie benötigen Kälte zum Keimen und gelten als kurzlebig.

Maiglöckchen sind in fast ganz Europa, im gemässigten Asien und in Nordamerika weit verbreitet. Meist findet man eher lockere Pflanzengruppen im Umfeld von Buchen und Eichen, in lichten Kiefernwäldern bilden sie dichtere Bestände. Im Sommer haben es Maiglöckchen gern warm und halbschattig. Bei zu viel Schatten bilden sich keine Blüten und die Vermehrung erfolgt über das Rhizom.

Links:

Maiglöckchen findet man überall in den Schweizer Wäldern, und wer sich etwas Zeit nimmt, kann sich leicht einen schönen Strauss pflücken. Wer sich diese Zeit nicht nehmen will, kann sich bei Blumen-Krämer an der Talstrasse 62 in 8001 Zürich ein duftendes Sträusschen binden lassen.

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